Modellprojekt “minipreneure” im Saarland am 17.03.10 gestartet

Am Mittwoch, dem 17. März 2010, startete im Saarland als Pilotregion ein neues Projekt, das Langzeitarbeitslosen dabei helfen will, aus ihrer Isolation herauszukommen und ihr Schicksal selbstbestimmt in die eigenen Hände zu nehmen. Die Arbeitslosen sollen aus eigenem Antrieb heraus damit beginnen, wieder etwas zu unternehmen. “Werde dein eigenes Projekt” ist ein wichtiger Leitsatz von “minipreneure”, dessen Initiator und Leiter der frühere Personalvorstand des VW-Konzerns Peter Hartz ist.

Interessierte können sich ab sofort über das Internet auf der Website von minipreneure melden.

Für viele Langzeitarbeitslose ist es fast unrealistisch geworden, wieder Tritt im alten Beruf zu fassen. Wer an diesem Projekt teilnimmt, dessen Talente werden zunächst einmal definiert. Bei der Suche nach einer neuen Arbeit soll dann ein sogenannter “Beschäftigungsradar” genutzt werden, mit dessen Hilfe das lokale Umfeld nach potenziellen Beschäftigungs-Möglichkeiten abgesucht wird.

Das Spektrum der beruflichen Tätigkeiten soll möglichst breit gestreut sein. Das kann eine Teilzeit-Arbeit sein, aber auch eine berufliche Selbstständigkeit. In Erwägung wird auch die Mitarbeit in sozialen und gesellschaftlichen Projekten gezogen.

Damit die Langzeitarbeitslosen während des Projekt nicht auf sich allein gestellt sind, plant man, in einzelnen Gemeinde-Bezirken oder Stadtteilen des Saarlandes „Organisationseinheiten Minipreneure (OE)“ zusammenzustellen. Diese sollen dann von einem sogenannten A-Trainer betreut werden. Diese Trainer sind ebenfalls Arbeitslose oder waren schon mal arbeitslos und können sich damit gut in die Probleme und Sorgen ihrer Mitstreiter hineinversetzen.

Die Gruppen von rund 20 Teilnehmern sollen sich regelmäßig treffen und sich in mehrtägigen Workshops, den sogenannten Polylogs, gegenseitig unterstützen und wieder Selbstsicherheit, Zuversicht und Vertrauen zurückgewinnen. Damit die Gruppen und die Arbeitslosen nicht allein dastehen, soll ein „Social Franchising“ – eine Art soziales Netzwerk – aufgebaut werden.

Peter Hartz erwartet, dass in der Pilotregion Saarland mit dem Minipreneure-Projekt gut 33 Prozent der 25.000 erwerbsfähigen Langzeitarbeitslosen zurück in ein geregeltes Leben finden. Dabei will man den einzelnen Job-Centern und auch der Arbeitsagentur Saarland keine Konkurrenz machen, sondern sie mit diesem Modell-Projekt unterstützen. Öffentliche Gelder stehen für minipreneure nicht zur Verfügung.

Weitere Informationen zu diesem Projekt  - darunter das Gesamtkonzept als PDF-Download – finden Sie auf der entsprechenden Website: www.minipreneure.de.

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