Eine Bewerbung ohne gründliche Vorbereitung kann Ihre Karrierechancen verringern und berufliche Umwege bedeuten.
Dies gilt weniger für Berufsanfänger, denen man eher noch zugesteht, sich in verschiedenen Stellen, Branchen und Abteilungen ein breit gefächertes praktisches Know-how zu erwerben. Doch erfahrene Bewerber sind gut beraten, wenn sie sich bei einer Jobsuche genauestens überlegen, welche Ziele sie erreichen wollen.
Die Angebote des Marktes in den jeweiligen Berufen werden immer differenzierter, sodass ein planloses Hin- und Herspringen sich kaum auszahlt und von den Arbeitgebern negativ bewertet wird. Branchentreue und damit verbunden einschlägige Berufserfahrung sind vor allem bei der Besetzung gehobener Positionen wünschenswert.
Sie sollten auf Ihren bisher erworbenen Kenntnissen und Erfahrungen aufbauen. Mit einem Arbeitsplatz, der es Ihnen gestattet, Ihre individuellen Stärken, Neigungs- und Fähigkeitsschwerpunkte optimal umzusetzen, können Sie eine effektive Leistung erbringen und erfolgreich sein.
Bereits vor der eigentlichen Stellensuche sollten Sie sie sich also im Klaren sein und sich einen roten Faden in Ihrem beruflichen Werdegang und über Ihr “Soll und Haben” verschaffen. Trennen Sie sich von verschwommenen Wunschvorstellungen über Ihren zukünftigen Arbeitsplatz.
Betreiben Sie eine gründliche Bestandsaufnahme von Ihren Veränderungsvorhaben:
“Wer bin ich, was will ich, was kann ich?”
Befassen Sie sich eingehend mit Ihrer Fachkompetenz, Ihren Fähigkeiten und Leistungen. Dabei werden Sie möglicherweise Aspekte entdecken, die Sie bislang nicht gesehen haben, die Sie in Ihrer Bewerbung nutzen können. Einige können Sie in Ihrer schriftlichen Bewerbung unterbringen, als Vorgeschmack auf weitere Glanzpunkte. Andere können Sie nutzen, um im Bewerbungsgespräch zu punkten.
Einige Übungen können Ihnen dabei helfen.
Befassen Sie sich im Vorfeld Ihrer Bewerbungen mehrere Wochen mit dem Studium der Stellenanzeigen, um Denkanstöße für Ihre möglichen Einsatzfelder im Spiegel von Angebot und Nachfrage zu erhalten. Halten Sie Ihre Auswertungen schriftlich fest.
Als Hilfe zur Festlegung der eigenen Ziele und bei der Suche nach passenden Alternativen können Sie ein fiktives Stellengesuch entwerfen mit all dem, was Ihnen zu den Fragen “Wer bin ich, was will ich, was kann ich?” einfällt.
Machen Sie eine schriftliche Bestandsaufnahme über Für und Wider Ihrer bisherigen oder angestrebten Stellen und Tätigkeiten. Halten Sie fest, was Ihnen Freude macht, wo es Defizite oder leidvolle Erfahrungen gab, was Ihnen wichtig für Ihre berufliche Zufriedenheit ist. Berücksichtigen Sie dabei Aufgabengebiet, Fachbereich, Branche, Betriebsgröße, Betriebsklima, Persönlichkeit des Vorgesetzten, Anzahl und Struktur von Kollegen.
Listen Sie Ihre derzeitigen sachlich-fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten auf und versuchen Ihre berufsbezogenen Stärken und Schwächen einzuschätzen und zu bewerten.
Gefragt sind häufig Belastbarkeit, Kontaktstärke, Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit, Kritikfähigkeit.
Belastbarkeit:
Aufgaben an sich ziehen und abarbeiten ist nicht alles, was der Arbeitgeber unter Belastbarkeit versteht. Nicht nur der Wille, Leistung zu erbringen, ist gefordert. Ihr Arbeitgeber erwartet, dass Sie auch bei anhaltendem Druck gute Arbeit leisten und dabei auch gut gelaunt bleiben. Gelingt etwas nicht, sollten Sie Kritik vertragen können, ohne an Selbstvertrauen einzubüßen.Leistungsbereitschaft:
Sind Sie schon leistungsbereit, wenn Sie den vor Unterlagen berstenden Schreibtisch alleine abarbeiten wollen? Nein, dazu gehört mehr. Unter Leistungsbereitschaft versteht man vor allem, dass Sie Ihre Arbeit aktiv und mit Freude angehen.Kontaktstärke:
Unter Kontaktstärke ist zu verstehen, dass Sie auf fremde Menschen zugehen können und ihnen genau das bieten, was diese sich wünschen. Aber Kontakte zu knüpfen ist nur der Anfang von Kontaktstärke, denn Beziehungen wollen auch gepflegt werden – innerhalb und außerhalb der Arbeitswelt. Gehen Sie deshalb hin und wieder mit den Kollegen zum Mittagessen und sondern Sie sich nicht vollständig ab, auch wenn die Arbeitsbelastung zeitweise sehr hoch ist.Teamfähigkeit:
Um ein Team erfolgreich voranzubringen, muss jedes Mitglied das einbringen, was er am besten kann. Es ist nicht unbedingt erforderlich, dass Sie alle Freunde werden. So etwas kann sogar effektives Arbeiten behindern, wenn alle die gleichen Vorlieben und Fähigkeiten aufweisen. Unterschiedliche Persönlichkeiten können die effiziente Teamarbeit sogar steigern.Kommunikationsfähigkeit:
Kommunizieren heißt nicht nur reden, reden, reden, sondern auch zuhören zu können, andere zu verstehen und selbst verstanden zu werden. Des Weiteren gehört zur Kommunikationsfähigkeit, sich auf dem Laufenden zu halten und seine Meinung vertreten zu können.Kritikfähigkeit:
Mit Kritik umzugehen ist eine große Herausforderung im Beruf. So fällt es vielen schwer, Kritik zu ertragen, aber auch selbst Kritik zu üben. Aber Kritik ist notwendig, um Verbesserungen durchführen zu können. Kritik sollte sich daher immer auf die Sache beziehen und nicht auf die Person.
Beantworten Sie sich die Frage, was Sie bisher erreicht haben und welche beruflichen Ziele Sie in den nächsten Jahren erreichen wollen.
Beurteilen Sie Ihre Chancen, dass Sie Ihre Ziele erreichen können. Beurteilen Sie, welche Fähigkeiten und Kenntnisse Sie sich in nächster Zeit aneignen müssen, um Ihre Pläne umzusetzen.
Welche Probleme und Schwierigkeiten können Ihnen begegnen? Woran können Sie scheitern? Welche Alternativen gibt es für Sie, wenn Sie Ihre Ziele nicht erreichen?
Verschaffen Sie sich Klarheit über Ihre privaten Pläne und über Einschränkungen aus Ihrer speziellen privaten Situation, Ihren persönlichen Rahmenbedingungen, z. B. was die Dauer und Lage der Arbeitszeit angeht, Ihre räumliche Mobilität, Ihr gewünschtes oder auch erforderliches Mindest-Einkommen usw.
Setzen Sie das Ergebnis Ihrer Selbsterforschung in ein angemessenes Verhältnis zu Ihrer persönlichen Lebensplanung.

