Tipps für ein gelungenes Anschreiben

Das Anschreiben ist lose in die Bewerbungsmappe einzulegen.

Formulieren Sie Ihr Anschreiben auf einer DIN-A-4-Seite.
Der Umfang sollte, einzeilig beschrieben, nicht überschritten werden. Der Textblock soll maximal drei Viertel der Seite einnehmen. Planen Sie ausreichend Raum für Ihre Unterschrift und den Anlagenvermerk ein.

Mittlerweile werden 1,5 Seiten, einzeilig beschrieben, als absolutes Maximum als vertretbar angesehen. Davon sollten Sie unbedingt absehen, ganz gleich, was Sie noch alles zu sagen bzw. zu erklären haben. Mit nur einer DIN-A-4-Seite sind Sie auf der sicheren Seite und zeigen, dass Sie das Wesentliche auch in Kürze vermitteln können.

Formal ist das Schreiben an der DIN-Norm für Geschäftsbriefe zu orientieren. Informationen zu den Gestaltungsregeln finden Sie unter www.din-5008-richtlinien.de.
Das Anschreiben muss individuell auf die jeweilige Position, das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sein.

Beachten Sie die sogenannte AIDA-Formel aus dem Marketing:

Attention -> Aufmerksamkeit erwecken

Interest -> Interesse wecken

Desire -> Wünsche wecken

Action -> Handlung auslösen


Inhaltliche Gliederung Ihres Bewerbungsschreibens

Das Anschreiben ist sozusagen der Aufmacher Ihrer Bewerbung. Es wird in der Regel als erstes gelesen und ist so die beste Chance zu überzeugen.

  1. Der Einleitung wird eine besondere Signalwirkung zugeschrieben, weswegen Sie für diese alle üblichen und belanglosen Floskeln vermeiden sollten, wie z. B. “Ihre Anzeige interessiert mich …,” “hiermit bewerbe ich mich …”. Dass Sie sich interessieren, wird ohnehin vorausgesetzt, wofür machen Sie im Betreff ersichtlich. Nehmen Sie stattdessen Bezug auf das, worum es dem Interessenten laut Anzeige besonders geht. Eine andere Möglichkeit, einen gelungenen Einstieg in das Anschreiben zu finden, ist die direkte Beantwortung der Frage, die vielfach in Inseraten zum Abschluss an Sie gerichtet wird.
  2. Im Anschluss begründen Sie, dass Ihre eigenen Fähigkeiten mit den Anforderungen übereinstimmen. Entweder in zwei, drei Sätzen oder mit einer übersichtlich gegliederten Auflistung relevanter Fähigkeiten. Stellen Sie eine Verbindung zwischen Ihrem Erfahrungsschatz und der vakanten Stelle her. Für die Auswahl der Nennungen sind die Wünsche Ihres Adressaten entscheidend. Zeigen Sie Einfühlungsvermögen für die Situation, die spezifischen Anforderungen und Erwartungen des betreffenden Unternehmens oder eventuell künftigen Vorgesetzten. Eine stereotype und umfassende Auflistung all dessen, was Sie gemacht haben, wirkt langweilig und ermüdend.
  3. Aufmerksamkeit und Interesse finden Sie mit Argumenten, die am Nutzen des Gegenübers orientiert sind. Wenn Sie Erfolge in den Bereichen Kostensenkung, Umsatzsteigerung etc. aufzuweisen haben, sollten Sie das nicht verschweigen.
  4. Wenn Sie nur wenige Defizite im Hinblick auf die Anforderungen haben und sonst alle anderen Anforderungen bestens erfüllen, bringen Sie das in Ihrem Anschreiben zur Sprache. Ansonsten können Sie entweder gleich auf die Bewerbung verzichten oder durch eine telefonische Nachfrage klären, ob diese Sinn hat und erwünscht ist, bevor Sie sich unnötig enttäuschen und sich unnötige Mühe und Kosten machen.
  5. Äußern Sie sich vorsichtig zum Gehaltswunsch. Liegen Sie zu niedrig, so verkaufen Sie sich unter dem für diese Position veranschlagten Wert. Geben Sie einen zu hohen Betrag an, besteht die Gefahr, von vornherein aussortiert zu werden, während Sie im Falle eines entsprechenden Auftretens diese Bezüge vielleicht doch durchsetzen könnten. Wird eine Angabe verlangt, so können Sie eine Spanne angeben und/oder um Klärung im persönlichen Gespräch bitten. Sie können auch Ihr bisheriges/letztes Gehalt aufführen.
  6. Vorsicht auch bei Aussagen zum möglichen Dienstantritt, hier lässt die Angabe “sofort” auf gegenwärtige Arbeitslosigkeit schließen.
  7. Sprechen Sie keine Dinge an, die nicht gefragt sind, es sei denn Fähigkeiten, die für die Position nützlich sind und Pluspunkte für Sie darstellen.
  8. Möglichen Bedenken hinsichtlich kritischer Kriterien, die zwar in der Stellenanzeige nicht ausdrücklich oder eindeutig angesprochen werden, über die Sie dennoch stolpern könnten, können Sie vorbeugen, indem Sie diese zwar nicht erwähnen, aber abschwächen und geschickt dagegen steuern. Sind Sie “zu alt, zu jung”, können Sie z. B. Ihre Belastbarkeit, Ihre Dynamik oder Ihre komplexen Erfahrungen herausstellen; entsprechend lassen Hinweise auf Aushilfen, Weiterbildungen o. ä. erkennen, dass Sie beruflich am Ball geblieben sind.
  9. Statt mit einer der üblichen Floskeln wie “Ich würde mich über die Einladung … freuen”, können Sie z. B. mit einer Aufforderung, einer Frage oder einem Dank für die Aufmerksamkeit schließen.

Überprüfen Sie Ihr Anschreiben daraufhin, ob Nachteiliges zwischen den Zeilen herauszulesen ist. Lassen Sie am besten andere Ihr Schreiben gegenlesen.

Verwenden Sie nicht die gleichen Worte wie die Stellenanzeige. Verwenden Sie statt dessen Synonyme, für die Sie u. a. beim Studium von Stellenanzeigen viele Beispiele finden.

Formulieren Sie freundlich und natürlich statt gestelzt und versuchen Sie so Sympathie beim Leser aufkommen zu lassen. Verwenden Sie kein Bürokratendeutsch und keine Abkürzungen. Vermeiden Sie Fremdwörter und formulieren Sie Sätze in aktiver Form.

Legen Sie großen Wert auf das Erscheinungsbild Ihrer Bewerbung. Gliedern Sie das Anschreiben übersichtlich und nicht zu sparsam durch Absätze. Heben Sie geforderte Fähigkeit eventuell optisch hervor (z. B. Auflistung).

Adressat ist, falls nicht ein bestimmter Empfänger genannt wird, die Personalabteilung. Anrede ist in diesem Fall: “Sehr geehrte Damen und Herren”. Besser ist es, den Ansprechpartner mit Vor- und Nachname telefonisch zu erkunden.

Als Bezug geben Sie ohne “Betreff” mit dem Stichwort “Bewerbung” die Positionsbezeichnung, eventuell Kennziffer und Quelle, aus der Sie die Information haben, an.

Der Anlagenbemerk darf nicht fehlen, eine detaillierte Auflistung ist nicht notwendig. “Bewerbungsunterlagen” genügt.

Die Unterschrift ist wie das Lichtbild ein persönliches Signal. Unterschreiben Sie lesbar mit vollem Namen, nicht als Kürzel.

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